Der Weg vom Erstgespräch bis zum Tattoo

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Alexander Supper (AJ) erklärt im Interview, wie ein Vorgespräch bei Mommy I’m Sorry abläuft, wie es zur Realisierung eines Tätowier-Termins kommt – und warum er einen ehrlichen Meinungsaustausch für unverzichtbar hält. Selbst auf die Gefahr hin, dass der Kunde das Studio am Ende ohne Tattoo verlässt.

AJ, ich möchte mir ein Tattoo bei euch stechen lassen. Was muss ich als Erstes tun?
Ganz einfach: vorbeikommen (lacht).

Brauche ich dafür einen Termin?
Nein. Da kann man ganz spontan innerhalb der Öffnungszeiten bei uns vorbeischauen.

Und dann?
Dann bieten wir erst mal was zu trinken an – und führen ein lockeres Gespräch.

Wie sieht ein solches Gespräch genau aus?
In der Regel stellt der Kunde als Erstes seine Idee vor. Ich höre mir das Ganze an, mache mir ein paar Notizen und skizziere dann grob seine Vorstellungen. Danach diskutieren wir darüber und schauen uns vielleicht noch weitere Möglichkeiten oder Ergänzungen an.

Damit fängt auch die eigentliche Beratung an, oder?
Genau. Da sind wir auch sehr offen, das finde ich im Erstgespräch wichtig. Wenn zum Beispiel ein Tattoo-Wunsch aus unserer Sicht nicht so ganz zum eigentlichen Wunsch passt oder verbesserungsfähig ist, dann sprechen wir das auch an – und machen natürlich auch Vorschläge.

Habt ihr auch schon mal von einem Tattoo abgeraten?
Klar, das kommt schon mal vor. Erst kürzlich kam ein 18-jähriger Junge rein, der auf seinem Handrücken ein Bushido-B tätowiert haben wollte. Davon haben wir allerdings abgeraten, weil er das in ein paar Jahren vielleicht bereuen könnte.

Damit habt ihr aber einen potenziellen Kunden verloren.
Womöglich. Aber das ist nicht unsere Denkweise. Wir wollen, dass unsere Kunden zufrieden sind – und zwar ein Leben lang!

Kam es auch schon vor, dass ein Kunde zu euch gekommen ist, ohne eine bestimmte Vorstellung von einem Wunsch-Tattoo zu haben?
Auch das kommt immer mal wieder vor. Dann versuchen wir, ein paar Anhaltspunkte mit dem Kunden zu finden – sonst ist die Auswahl an Motiven einfach zu groß. Wir empfehlen den Leuten zum Beispiel auch, einfach mal auf unserer Instagram-Seite rumzustöbern. Da kann man viele tolle Ideen finden.

Und wenn das passende Tattoo-Motiv gefunden wurde?
Dann kann sich der Kunde entscheiden, ob er einen Termin bei uns zur Umsetzung haben möchte oder nicht. Falls ja, machen wir direkt ein konkretes Datum aus.

Und wer entscheidet, bei wem von euch das Tattoo gestochen wird?
Das entscheide ich. Denn das ist auch von Motiv und Stil abhängig. Wir haben bei uns im Studio mehrere Künstler mit unterschiedlichen Umsetzungsmöglichkeiten.

Kannst Du das erläutern?
Ganz einfach: Ben ist zum Beispiel auf Fotorealismus und graphische Sachen spezialisiert. Annso hingegen eher auf Dotwork und Mandala. Und Persy ist eben unser Mann für filigrane Mikro-Tattoos und besonders raffinierte Schriftzüge.

Und wenn es dann soweit ist? Worauf muss der Kunde am Tag des Stechens achten?
Ganz wichtig, aber das sagen wir auch immer schon im Vorgespräch: Fünf Tage vorher sollte kein Alkohol mehr getrunken werden. Und zwei Wochen vorher bitte keine Aspirin oder andere blutverdünnende Medikamente mehr einnehmen. Sonst bekommen wir Schwierigkeiten beim Tätowieren.

Und sonst?
So entspannt wie möglich zu uns kommen, was gegessen haben und einigermaßen ausgeschlafen sein.